Von 11. bis 15. März 2026 starteten wir zu sechst (Christof, Dietmar, Hias, Klaus, Tim und ich) zu unseren Tourentagen auf der Fanes-Hütte (Enneberg, Rautal). Hias hatte einen VW-Bus ausgeborgt, der genug Platz für uns und unser Gepäck bot. Wir hatten auf der Hütte ein Doppelzimmer und ein Mehrbettzimmer mit Halbpension gebucht und nützten den angebotenen Gepäcktransport sowohl für den Auf- als auch für den Abstieg.

Unser Besuch auf der Fanes-Hütte war nach den Tourentagen 2022 eine Rückkehr ins sagenumwobene Reich der Fanes: Wir hatten damals allerdings den Berggasthof Pederü als Ausgangspunkt gewählt, von wo aus sowohl das Fanes- als auch das Sennes-Gebiet erreichbar sind. Diesmal zeigte sich, dass die Hochlage der Fanes-Hütte (2.060m) aufgrund des auch in diesem Winter notorischen Schneemangels eine gute Wahl war: Wir konnten schöne, schneereiche und lawinensichere Touren unternehmen. Königstochter Dolasilla und Ey de Net lassen grüßen!
11.3. Anreise: Sattelberg am Brenner
Wie schon bei unserem letzten Aufenthalt, bauten wir bei der Anreise am Brenner-Kamm eine Tour ein und starteten in Gries am Brenner direkt unter der Autobahnbrücke den Aufstieg über die Sattelbergalm zum Sattelberg (Monte Sella, 2.115m). Wir fanden ausgezeichnete Wetter- und Schneebedingungen vor, wenn man von dem schneidigen Wind am Gipfel absieht. Aber das Bier und die Graukassuppe auf der Sattelbergalm schmeckten hervorragend.






Nach der Tour ging es weiter ins Pustertal und kurz vor Bruneck südlich ins Rautal, wo wir beim Berggasthof Pederü das Gepäck und uns selbst auf die Schneekatze der Fanes-Hütte verfrachteten und uns auf die Hütte bringen ließen.

12.3. Heiligkreuzkofel
Nach einem reichhaltigen Frühstück trafen wir uns um 9 Uhr vor der Hütte, fuhren zur Lavarellahütte ab und begannen von dort den horizonzal etwas länglichen Aufstieg zum Kreuzkofeljoch. Es war bedeckt, aber wir waren deutlich unter der Wolkendecke und hatten dementsprechend gute Sicht auf die Wände der Lavarella. Richtig spektakulär wurde es dann nach dem Joch, wo die Felswände kerzengerade ins Gadertal abfallen.
Mit Christof, Dietmar und Klaus erreichten wir – auf den letzten Metern zu Fuß – den Gipfel des Heiligkreuzkofels (Le Ciaval, 2.907m). Es folgte ein unendlich weiter Rückweg, teils abgefahren (klar: es waren ja doch 900hm!), teils geschoben, teils getreppt zurück übers Plateau bis zur Abfahrt vom Zehner und von dort dann nach 15 km Distanz zurück zur Lavarella-Hütte.
Dort wartete eine Bierverkostung ersten Rangs auf uns: tatsächlich wurden auf der Hütte fünf verschiedene Biersorten gebraut. Schließlich waren es bei aufklarendem Wetter nur mehr ein paar gemütliche Meter bis zum (fantastischen!) Abendessen auf der Fanes-Hütte.






13.3. Monte Castello
Der Wetterbericht hatte nicht zu viel versprochen: auf uns wartete ein Traumtag! Darum suchten wir uns als Ziel gleich eines der landschaftlichen Schmankerln aus und starteten übers Limojoch zur Großfanesalm. Von dort startet der gemütliche Aufstieg unter einer grandiosen Felswand durch wilde Felsblöcke, bis das Gelände oben weiter wird und man das lange schon sichtbare „Friedensbiwak“ am Monte Castello (Monte Ciastel, 2.760m) erreicht.
Die Abfahrt hielt ein paar Schmankerln bereit (Pulverhänge), und auch auf der Großfanesalm wartete ein Schmankerl auf uns: Tim hatte eine große Flasche tschechisches Bier im Schnee vergraben, die jetzt in der Mittagshitze geteilt wurde, ehe es zurück auf die Fanes-Terrasse ging, um den weiteren Kampf gegen die Dehydrierung aufzunehmen.






14.3. Fanesburg
Da die umliegenden Gipfel am Morgen in Wolken gehüllt sind, war unser Plan, über die Lavarellahütte in Richtung Kreuzkofeljoch aufzusteigen, und nach dem Erreichen des Plateaus quer über die Hochebene zur Fanesburg zu gehen. Der Weg übers Plateau erwies sich als nicht ganz so flach und nicht ganz so kurz, wie gedacht, taugte uns aber sehr. Tim konnte den bei einer Fell-Abfahrt gestürzten Hias nicht wieder aufrichten, weil er zu wenig Gegengewicht aufbrachte. Da musste ein Kran „Modell Christof“ her.






Wir landeten schließlich auf der Abfahrt vom Zehner und arbeiteten uns bis zur Scharte unter der Fanesburg (Le Ciastel de Fanes, 2.657m) hoch, wo uns die Sicht für den Gipfelaufstieg aber zu schlecht war: Besser schnell hinunter zur Lavarellahütte und zur Aufnahme von hopfenhältigen Elektrolyt-Getränken.

Auf der Fanes-Hütte wurde es nochmal dramatisch, denn im Playoff-Viertelfinale der ICE Hockey League trafen Pustertal und Red Bull Salzburg im dritten Match aufeinander. Die Begegnung zog ihre Spuren bis auf die Hütte: Christof hat das Bullen-Trikot ausgepackt, Hütten-Chefin Petra kontert mit dem Dress der Brunecker. Letztlich hatte Petra leichter Lachen: Pustertal setzte sich im dritten Spiel mit 4:3 durch und lag in der Best-of-Seven-Serie mit 3:0 voran. Christof schlich zur Sperrstunde am Rezeptionstisch außen vorbei … Die Häme folgt trotzdem: am darauffolgenden Tag beim Auschecken.
11.3. Schildkröte – Rückreise
Über Nacht hatte es viel geschneit (15-25cm). Wir packten nach einem tollen Sonntagsfrühstück die Versorgungstaschen und stellten diese für den Abtransport durch die Schneekatze ins Tal bereit (sie fuhr um 9 Uhr).
Danach teilte sich die Gruppe auf:
- Christof und Dietmar wollten mit den mitgebrachten Schneeschuhen gehen und wanderten zum Limojoch und von dort weiter zu einer Jagdhütte.
- Tim ging zweimal aufs Limojoch.
- Hias chillte in der Lounge.
- Klaus und ich machten uns auf den Weg zur Schildkröte (Col de Toronn, 2.459m). Wir kehrten kurz vor dem Gipfel wegen schlechter Sicht um und mussten bei der Abfahrt aufpassen, dass wir keinen verschneiten Stein übersehen.






Zurück auf der Faneshütte verabschiedeten wir uns von den Hüttenleuten und fuhren mit Ski und Tourenrucksäcken ins Tal. In der Pederü genossen wir ein opulentes Abschiedsessen (mit einer fantastischen Speck-Käse-Platte).
Schließlich wurde der Bus beladen und wir traten über den Brenner die Rückreise an. Um 18 Uhr wurden wir in Neu-Anif von Susi, Beatrix und Hannes abgeholt.
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