Georg's Blogworld

17.03.2026
von Georg
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Unterwegs im Reich der Fanes

Von 11. bis 15. März 2026 starteten wir zu sechst (Christof, Dietmar, Hias, Klaus, Tim und ich) zu unseren Tourentagen auf der Fanes-Hütte (Enneberg, Rautal). Hias hatte einen VW-Bus ausgeborgt, der genug Platz für uns und unser Gepäck bot. Wir hatten auf der Hütte ein Doppelzimmer und ein Mehrbettzimmer mit Halbpension gebucht und nützten den angebotenen Gepäcktransport sowohl für den Auf- als auch für den Abstieg.

Unser Besuch auf der Fanes-Hütte war nach den Tourentagen 2022 eine Rückkehr ins sagenumwobene Reich der Fanes: Wir hatten damals allerdings den Berggasthof Pederü als Ausgangspunkt gewählt, von wo aus sowohl das Fanes- als auch das Sennes-Gebiet erreichbar sind. Diesmal zeigte sich, dass die Hochlage der Fanes-Hütte (2.060m) aufgrund des auch in diesem Winter notorischen Schneemangels eine gute Wahl war: Wir konnten schöne, schneereiche und lawinensichere Touren unternehmen. Königstochter Dolasilla und Ey de Net lassen grüßen!

11.3. Anreise: Sattelberg am Brenner

Wie schon bei unserem letzten Aufenthalt, bauten wir bei der Anreise am Brenner-Kamm eine Tour ein und starteten in Gries am Brenner direkt unter der Autobahnbrücke den Aufstieg über die Sattelbergalm zum Sattelberg (Monte Sella, 2.115m). Wir fanden ausgezeichnete Wetter- und Schneebedingungen vor, wenn man von dem schneidigen Wind am Gipfel absieht. Aber das Bier und die Graukassuppe auf der Sattelbergalm schmeckten hervorragend.

Nach der Tour ging es weiter ins Pustertal und kurz vor Bruneck südlich ins Rautal, wo wir beim Berggasthof Pederü das Gepäck und uns selbst auf die Schneekatze der Fanes-Hütte verfrachteten und uns auf die Hütte bringen ließen.

12.3. Heiligkreuzkofel

Nach einem reichhaltigen Frühstück trafen wir uns um 9 Uhr vor der Hütte, fuhren zur Lavarellahütte ab und begannen von dort den horizonzal etwas länglichen Aufstieg zum Kreuzkofeljoch. Es war bedeckt, aber wir waren deutlich unter der Wolkendecke und hatten dementsprechend gute Sicht auf die Wände der Lavarella. Richtig spektakulär wurde es dann nach dem Joch, wo die Felswände kerzengerade ins Gadertal abfallen.

Mit Christof, Dietmar und Klaus erreichten wir – auf den letzten Metern zu Fuß – den Gipfel des Heiligkreuzkofels (Le Ciaval, 2.907m). Es folgte ein unendlich weiter Rückweg, teils abgefahren (klar: es waren ja doch 900hm!), teils geschoben, teils getreppt zurück übers Plateau bis zur Abfahrt vom Zehner und von dort dann nach 15 km Distanz zurück zur Lavarella-Hütte.

Dort wartete eine Bierverkostung ersten Rangs auf uns: tatsächlich wurden auf der Hütte fünf verschiedene Biersorten gebraut. Schließlich waren es bei aufklarendem Wetter nur mehr ein paar gemütliche Meter bis zum (fantastischen!) Abendessen auf der Fanes-Hütte.

13.3. Monte Castello

Der Wetterbericht hatte nicht zu viel versprochen: auf uns wartete ein Traumtag! Darum suchten wir uns als Ziel gleich eines der landschaftlichen Schmankerln aus und starteten übers Limojoch zur Großfanesalm. Von dort startet der gemütliche Aufstieg unter einer grandiosen Felswand durch wilde Felsblöcke, bis das Gelände oben weiter wird und man das lange schon sichtbare „Friedensbiwak“ am Monte Castello (Monte Ciastel, 2.760m) erreicht.

Die Abfahrt hielt ein paar Schmankerln bereit (Pulverhänge), und auch auf der Großfanesalm wartete ein Schmankerl auf uns: Tim hatte eine große Flasche tschechisches Bier im Schnee vergraben, die jetzt in der Mittagshitze geteilt wurde, ehe es zurück auf die Fanes-Terrasse ging, um den weiteren Kampf gegen die Dehydrierung aufzunehmen.

14.3. Fanesburg

Da die umliegenden Gipfel am Morgen in Wolken gehüllt sind, war unser Plan, über die Lavarellahütte in Richtung Kreuzkofeljoch aufzusteigen, und nach dem Erreichen des Plateaus quer über die Hochebene zur Fanesburg zu gehen. Der Weg übers Plateau erwies sich als nicht ganz so flach und nicht ganz so kurz, wie gedacht, taugte uns aber sehr. Tim konnte den bei einer Fell-Abfahrt gestürzten Hias nicht wieder aufrichten, weil er zu wenig Gegengewicht aufbrachte. Da musste ein Kran „Modell Christof“ her.

Wir landeten schließlich auf der Abfahrt vom Zehner und arbeiteten uns bis zur Scharte unter der Fanesburg (Le Ciastel de Fanes, 2.657m) hoch, wo uns die Sicht für den Gipfelaufstieg aber zu schlecht war: Besser schnell hinunter zur Lavarellahütte und zur Aufnahme von hopfenhältigen Elektrolyt-Getränken.

Auf der Fanes-Hütte wurde es nochmal dramatisch, denn im Playoff-Viertelfinale der ICE Hockey League trafen Pustertal und Red Bull Salzburg im dritten Match aufeinander. Die Begegnung zog ihre Spuren bis auf die Hütte: Christof hat das Bullen-Trikot ausgepackt, Hütten-Chefin Petra kontert mit dem Dress der Brunecker. Letztlich hatte Petra leichter Lachen: Pustertal setzte sich im dritten Spiel mit 4:3 durch und lag in der Best-of-Seven-Serie mit 3:0 voran. Christof schlich zur Sperrstunde am Rezeptionstisch außen vorbei … Die Häme folgt trotzdem: am darauffolgenden Tag beim Auschecken.

11.3. Schildkröte – Rückreise

Über Nacht hatte es viel geschneit (15-25cm). Wir packten nach einem tollen Sonntagsfrühstück die Versorgungstaschen und stellten diese für den Abtransport durch die Schneekatze ins Tal bereit (sie fuhr um 9 Uhr).

Danach teilte sich die Gruppe auf:

  • Christof und Dietmar wollten mit den mitgebrachten Schneeschuhen gehen und wanderten zum Limojoch und von dort weiter zu einer Jagdhütte.
  • Tim ging zweimal aufs Limojoch.
  • Hias chillte in der Lounge.
  • Klaus und ich machten uns auf den Weg zur Schildkröte (Col de Toronn, 2.459m). Wir kehrten kurz vor dem Gipfel wegen schlechter Sicht um und mussten bei der Abfahrt aufpassen, dass wir keinen verschneiten Stein übersehen.

Zurück auf der Faneshütte verabschiedeten wir uns von den Hüttenleuten und fuhren mit Ski und Tourenrucksäcken ins Tal. In der Pederü genossen wir ein opulentes Abschiedsessen (mit einer fantastischen Speck-Käse-Platte).

Schließlich wurde der Bus beladen und wir traten über den Brenner die Rückreise an. Um 18 Uhr wurden wir in Neu-Anif von Susi, Beatrix und Hannes abgeholt.

20.03.2025
von Georg
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Auch bei durchwachsenem Wetter schön

Die Tourentage 2025 führten uns bei denkbar schlechter Wettervorhersage von 13. bis 16. März ins Bergsteigerdorf Villgratental. Darum durften wir uns umso mehr glücklich schätzen, dass wir – speziell an den ersten beiden Tagen – traumhafte Tourenbedingungen vorfanden. Unsere Unterkunft, die Naturresidenz Villgraten, und der Elektrolyt-Stützpunkt Badlalm, sorgten für Wohlfühl-Atmosphäre. Unsere Gruppe setzte sich aus Dietmar, Hias, Klaus und mir zusammen.
Generell war im Tourenwinter 2024/25 fast im gesamten Ostalpenbereich ein eklatanter Schneemangel zu verzeichnen. Und dieser machte auch vor dem Villgratental nicht halt. Wie schnell die Situation aber kippen kann, erlebten wir am Tag 3, als die kurzfristigen Neuschneezuwächse an den Kämmen und die nachfolgende Durchfeuchtung zu einer präkeren Lawinensituation führten, was sich in einer gewaltigen Nassschneelawine im Alfental manifestierte (glücklicherweise ohne Verschüttete).

Am Anreisetag, dem 13.3.2025, ging es vom Parkplatz bei der Badlalm zum Gaishörndl (2.615m). Das Wetter wurde dabei immer besser und wir konnten im oberen Bereich der Tour wunderbare Spuren ziehen. Im steilen Bereich über dem Alfental wurde es dann etwas „ruppiger“: viele Spuren im Altschnee hemmten das Abfahrtsvergnügen.
Nach der Aufnahme von Elektrolyten auf der Badlalm und dem Beziehen des Quartiers gab es dann ein „Schmankerl“ der Extraklasse: Bürstenmacher Ludwig Rainer führte uns durch seine Produktion (BBR: Besen Bürsten Rainer).

Am 14.3.2026 (Tag 2) ging es zunächst bei dichtem Schneefall und wenig Sicht in Richtung der Pürglersgungge (2.500m). Hier hatten wir ausgesprochenes Wetterglück, denn genau am geplanten Umkehrpunkt bei der Steinhütte riss es auf, und wir erlebten einen fantastischen Gipfelerfolg mit nicht minder fantastischer Neuschneeabfahrt. Der Tag endete mit dem obligaten Tarockkurs, den Hias und Klaus für die „Dummies“ (Dietmar und mich) veranstalten – um es vorwegzunehmen: mit wenig Erfolg!

Das Wetterglück vom Vortag sollte sich am 3. Tag nicht wiederholen: Wir gerieten am Weg zur Kreuzspitze über dem Rosstal auf Höhe 2.100m in ein Whiteout und entschlossen uns zur Umkehr. Nach der Jause auf den Almen fuhren wir ins Alfental ab, um dort nochmals in Richtung Talende aufzusteigen. Hier allerdings wurden wir Zeugen eines Bergrettungseinsatzes für einen unter dem Marchkinkele verunglückten Tourengehers. Zudem war der Zugang ins Tal durch eine turmhohe Nassschneelawine versperrt (vom Blankenstein), bei der es keine Verschütteten gab, die aber der dahinter aktiven Bergrettung einiges abverlangte. Wir verarbeiteten das Erlebte bei der Elektrolyt-Tankstelle Badlalm.

Am Abreisetag, 16.3.2025, machten wir bei mäßigem Wetter (wenig Sicht, Schneefall) auf Anraten unserer Quartiergeber eine Pistentour zur Thurntaler Rast in Außervillgraten. Ja: wir waren draußen, wir haben nicht viel gesehen, aber wir hatten Spaß!

Wir blicken zurück auf vier Tourentage, die wetterbedingt eine ganz andere Strategie erforderten als gewöhnliche „Schönwetter-Touren“: Geduld, Vorsicht, Genießen, und auch mal Umkehren …
Und mit dem Tarock wird das nichts – sorry, Freunde!

09.09.2024
von Georg
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Quer durch Kuchl: Trans Cucullus

Unser Alpinreferent Roland Gerl und Sektionsleiter Alex Prömer der AV Sektion Kuchl hatten Anfang 2024 die Idee, im Rahmen einer Sektionstour unseren Heimatort Kuchl von West nach Ost zu durchqueren: Die Bezeichnung der Wanderung war dann auch folgerichtig „Trans Cucullus“. Es folgte eine intensive Planungsphase mit dem Organisationsteam. Und am 7. September 2024 sollte dann die Wanderung vom Carl-von-Stahlhaus über den Hohen Göll hinunter zum Eggersattel und über die Nesslangeralm nach Kuchl führen. Von dort ging es weiter über Grubach und die Gitschenwand zur Enzianhütte am Trattberg: eine Wanderung von fast 30km Länge und einer Höhendifferenz von 2.200 Höhenmetern.

Trans Cucullus

Der Ausgangspunkt der Wanderung, das Carl-von-Stahl-Haus wurde am Vortag (6.9.2024) gemeinsam vom Parkplatz Hinterbrand aus erreicht. Auf der Hütte wurde am Abend gemeinsam gegessen und getrunken, und dann doch recht bald die Nachtruhe angetreten: Denn am nächsten Tag ging es in aller Herrgotts-Früh (ab 4:30 Uhr) los zur Durchquerung von Kuchl. Die 49 TeilnehmerInnen waren in Gruppen von drei und mehr Mitgliedern unterwegs und gingen in Abständen von 2 Minuten vom Stahl-Haus los: Es war stockfinster und die Stirnlampen erleuchteten den Aufstieg zum Hohen Brett wie Glühwürmchen. Und: es war ein Traumtag, an dem keine einzige Wolke den Himmel trübte! Was für ein Glück für diese Wanderung!

Der erste Höhepunkt war der Sonnenaufgang am Hohen Brett. Dann waren wir schon unterwegs in Richtung Göll. Ich war mit Roland und Christian in der letzten Gruppe unterwegs und wir hatten – zumindest anfänglich – einen guten Überblick über das Geschehen vor uns. Der Gipfel des Hohen Göll wurde kurz vor 8 Uhr erreicht.

Weiter ging es über die Schusterroute zum Purtschellerhaus, wo eine Verpflegung auf uns wartete. Es folgte der weitere Abstieg über den Eggersattel und den Sonnenweg zur Nesslangeralm und von dort hinunter zum Kuchler Badesee, wo es wieder eine Verpflegung gab. Schon kurz vorher, auf der Salzachbrücke, erwartete mich mein Freund Klaus mit einem kühlen alkoholfreien Bier, das aufgrud der hohen Temperatur im Tal recht willkommen war! Ich übergab ihm dort auch gleich meine Klettersteig-Ausrüstung, die für den Abstieg vom Göll „vorgeschrieben“ war. Mittlerweile war es 13 Uhr.

Es folgte das flache Wegstück durch die Talebene zum Moldan und von dort über den Grubachwirt weiter zum Parkplatz am Seewaldsee. Das letzte Stück des Weges führte über den Wanderweg oder über den Klettersteig der Gitschenwand (und es gab einige, die dort wirklich zum Abschluss kletterten – ich nicht) zum Ziel der Wanderung auf der Enzianhütte, wo unsere „Lumpensammler-Gruppe“ gegen 17 Uhr eintraf. Hier gab es für jedes eintreffende Team ein großes Hallo und Applaus. Und dann wurde auch noch ein ausgezeichneter Schweinsbraten aufgetragen: Was für ein Traumtag!

An dieser Stelle großes Lob und Gratulation ans Organisationsteam rund um Roland Gerl und Alex Prömer vom AV Kuchl: All die Vorbereitungen, Reservierungen, Verpflegungsstationen, aufmunternden Worte bildeten einen großartigen Rahmen für die Wanderung quer durch Kuchl, den Trans Cucullus.

Offizielle Info auf der Sektions-Homepage: „1. Trans Cucullus voller Erfolg

01.03.2024
von Tourenfex
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Sauna mit Gletscherblick

Die Tourentage Extrem 2024 führten uns von 23. bis 25. Februar auf die Rudolfshütte am Weißensee (Uttendorf). Wir hatten nicht die besten Wetterverhältnisse: Auf der Rudolfshütte auf 2.315m hatten wir stürmischen Föhn und große Lawinengefahr. Zum Glück ergaben sich im Skigebiet von Kaprun mit dem Maiskogel bei der An- und abreise gute Alternativen mit deutlich besseren Verhältnissen.
Dem Spaß und der Abenteuerlust tat das alles keinen Abbruch: Unsere Gruppe – Dietmar, Klaus, Norbert, Tim und Georg – genoss die Zeit im Berghotel in vollen Zügen: Wo kann man aus der Sauna durchs Panoramafenster auf das Gletschereis schauen?

Am Anreisetag (23.2.2024) stiegen Klaus, Tim und ich bei starkem Schneefall in Richtung Maiskogel im Skigebiet von Kaprun. In Uttendorf kam Dietmar nach und wir ließen uns mit dem Bustaxi zum Enzingerboden zur Gletscherbahn Weißensee bringen. Danach ging es über zwei Etappen zur Rudolfshütte. Bei Halbpension, Hallenbad und Sauna lässt es sich schon aushalten, auch wenn der Föhnsturm draußen orgelt.

Am Tag 2 (25.2.2024) warteten wir zunächst auf das Eintreffen von Norbert, den die Seilbahn aufgrund des starken Windes nur sehr zögerlich nach oben transporztierete. Wir aber trotzten dem Föhnsturm und stiegen zweimal zur Bergstation des Medelz-Lifts auf.

Am 3. Tag (27.2.2024) legte der Sturm nochmal einen Gang zu und wir entschlossen uns auf halbem Weg zum Medelz zur Umkehr. Wir packten und entschieden uns zur Abfahrt, da abseits des Hauptkamms gute Wetterbedingungen gemeldet wurden.

Zuerst mussten wir noch die Sprengung der Lawinen abwarten, ehe wir zum Enzingerboden abfahren konnten. Von dort ging es mit Norberts Auto und einer Mitfahrgelegenheit nach Uttendorf, wo es bereits sehr sonnig war. Also entschlossen wir uns nochmals zum Aufstieg zum Maiskogel (Kaprun) und fanden dort tatsächlich beste Bedingungen vor.

Ein krönender Abschluss der Tourentage Extrem 2024!

11.09.2023
von Tourenfex
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Drei Zinnen im Laufschritt

Bei unserem Wanderurlaub in Sexten Anfang September 2023 wurde ich auf den „Drei-Zinnen-Lauf“ (offiziell „Südtirol Drei Zinnen Alpine Run„) aufmerksam. Daran teilzunehmen war eine spannende Herausforderung, zum einen, weil ich eigentlich kein spezielles Training dafür hatte, zum anderen mussten wir den Urlaub um einen Tag verlängern, was sich aber in unserem Hotel (Alpenwellness St. Veit) problemlos arrangieren ließ (wir mussten nicht einmal das Zimmer wechseln).

Also meldete ich mich zum Lauf am Samstag, dem 9.9.2023, an und holte pflichtbewusst am Vortag die Startnummer ab. Die Wettervorhersage war grandios: So gab es zumindest bei der Wahl der Ausrüstung keine großen Unklarheiten. Im Hotel hatte ich beim Abendessen das hervorragende Abendmenü in einen Nudeltopf umbestellt und war somit ernährungsmäßig „gerüstet“ für einen Berglauf.

Susi begleitete mich zum Start, der um 9 Uhr erfolgte: Die Route führte vom Parkplatz des Helmjet (1.300m) zuerst in einer Schleife ins Ortszentrum von Sexten und dann ins Fischleintal zur Talschlusshütte (1.548m). Bis dorthin war es ja einigermaßen flach – und wunderschön zum Laufen!

Dann begann der Aufstieg zur Zsigmondy-Hütte, immer den Zwölferkofel im Blick – und ich sag es euch: Es war einfach unglaublich schön! Hinter jeder Kurve wartete ein neues Panorama (mit dem alles überragenden Panorame des Zwölferkofel stets im Blick!), wo du am liebsten gejauchzt hättest. So ließ sich der steile Abschnitt zur Zsigmondy-Hütte (2.224m) schon bewältigen. Auf der Hütte wartete eine Verpflegung und ein Alphornbläser feuerte die TeilnehmerInnen an.

Weiter ging es zum höchsten Punkt der Route, dem Büllelejoch bzw. der Büllelejoch-Hütte (2.528m), wo eine weitere Verpflegungsstation eingerichtet war. Um das gleich an dieser Stelle zu sagen: Die Versorgung beim Lauf war ausgezeichnet. Es gab überall ausreichend zu trinken und zu essen. Natürlich hatten die Veranstalter in diesem Jahr den Vorteil, dass es in den letzten Tagen vor dem Rennen immer schönes Wetter hatte und der Transport und der Aufbau der Versorgungstische kein Problem war. Soweit ich gehört habe, fand dieser Lauf auch schon im dichten Schneetreiben statt: Das will ich mir lieber nicht vorstellen!

Nun war das Ziel, die Drei-Zinnen-Hütte (2.405m), schon fast in Reichweite. Es ging nochmal wunderschön über den Bödenseen in mäßiger Steigung entlang: Und nach einem letzten Aufschwung kamen die Drei Zinnen ins Blickfeld und ich konnte die Finnisher-Medaille in Besitz nehmen.
Auch hier war eine fantastische Versorgung gewährleistet. Die Läuferinnen und Läufer waren überall auf dem Gelände um die Hütte verstreut und es herrschte ausgelassene Stimmung.

Schließlich wurde es aber Zeit, über den „Normalweg“ abzusteigen (das war nicht mehr Teil des Rennens – und bot damit Gelegenheit für ein Fußbad im jungen Landrobach) und in der Fischleinbodenhütte in die Busse zurück nach Sexten einzusteigen. Die Siegerehrung und Pasta-Party gab es dann bei der Talstation der Helmbahn. Susi war dazu gestoßen, um ein wenig die Atmosphäre (und den Schweißgeruch der Läuferinnen und Läufer) aufzunehmen.

Resümee: Ich war überwältigt von der landschaftlichen Schönheit des Laufs. Und ich durfte auch zufrieden sein, die Strecke ohne großes Training geschafft zu haben, und auch, ohne mich total zu verausgaben (was den Genuss sicher geschmälert hätte)! Da nimmt man den Muskelkater am nächsten Tag schon mal in Kauf …