Die Tourentage 2025 führten uns bei denkbar schlechter Wettervorhersage von 13. bis 16. März ins Bergsteigerdorf Villgratental. Darum durften wir uns umso mehr glücklich schätzen, dass wir – speziell an den ersten beiden Tagen – traumhafte Tourenbedingungen vorfanden. Unsere Unterkunft, die Naturresidenz Villgraten, und der Elektrolyt-Stützpunkt Badlalm, sorgten für Wohlfühl-Atmosphäre. Unsere Gruppe setzte sich aus Dietmar, Hias, Klaus und mir zusammen.
Generell war im Tourenwinter 2024/25 fast im gesamten Ostalpenbereich ein eklatanter Schneemangel zu verzeichnen. Und dieser machte auch vor dem Villgratental nicht halt. Wie schnell die Situation aber kippen kann, erlebten wir am Tag 3, als die kurzfristigen Neuschneezuwächse an den Kämmen und die nachfolgende Durchfeuchtung zu einer präkeren Lawinensituation führten, was sich in einer gewaltigen Nassschneelawine im Alfental manifestierte (glücklicherweise ohne Verschüttete).

Am Anreisetag, dem 13.3.2025, ging es vom Parkplatz bei der Badlalm zum Gaishörndl (2.615m). Das Wetter wurde dabei immer besser und wir konnten im oberen Bereich der Tour wunderbare Spuren ziehen. Im steilen Bereich über dem Alfental wurde es dann etwas „ruppiger“: viele Spuren im Altschnee hemmten das Abfahrtsvergnügen.
Nach der Aufnahme von Elektrolyten auf der Badlalm und dem Beziehen des Quartiers gab es dann ein „Schmankerl“ der Extraklasse: Bürstenmacher Ludwig Rainer führte uns durch seine Produktion (BBR: Besen Bürsten Rainer).






Am 14.3.2026 (Tag 2) ging es zunächst bei dichtem Schneefall und wenig Sicht in Richtung der Pürglersgungge (2.500m). Hier hatten wir ausgesprochenes Wetterglück, denn genau am geplanten Umkehrpunkt bei der Steinhütte riss es auf, und wir erlebten einen fantastischen Gipfelerfolg mit nicht minder fantastischer Neuschneeabfahrt. Der Tag endete mit dem obligaten Tarockkurs, den Hias und Klaus für die „Dummies“ (Dietmar und mich) veranstalten – um es vorwegzunehmen: mit wenig Erfolg!






Das Wetterglück vom Vortag sollte sich am 3. Tag nicht wiederholen: Wir gerieten am Weg zur Kreuzspitze über dem Rosstal auf Höhe 2.100m in ein Whiteout und entschlossen uns zur Umkehr. Nach der Jause auf den Almen fuhren wir ins Alfental ab, um dort nochmals in Richtung Talende aufzusteigen. Hier allerdings wurden wir Zeugen eines Bergrettungseinsatzes für einen unter dem Marchkinkele verunglückten Tourengehers. Zudem war der Zugang ins Tal durch eine turmhohe Nassschneelawine versperrt (vom Blankenstein), bei der es keine Verschütteten gab, die aber der dahinter aktiven Bergrettung einiges abverlangte. Wir verarbeiteten das Erlebte bei der Elektrolyt-Tankstelle Badlalm.






Am Abreisetag, 16.3.2025, machten wir bei mäßigem Wetter (wenig Sicht, Schneefall) auf Anraten unserer Quartiergeber eine Pistentour zur Thurntaler Rast in Außervillgraten. Ja: wir waren draußen, wir haben nicht viel gesehen, aber wir hatten Spaß!



Wir blicken zurück auf vier Tourentage, die wetterbedingt eine ganz andere Strategie erforderten als gewöhnliche „Schönwetter-Touren“: Geduld, Vorsicht, Genießen, und auch mal Umkehren …
Und mit dem Tarock wird das nichts – sorry, Freunde!
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.